International Vegetarian Union
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FAQ Häufig gestellte Fragen - Kleidung und Schuhe
Was ist an Wolle falsch?

Wissenschaftler haben über die Jahre hinweg ein Merinoschaf gezüchtet, das extrem faltig ist. Je mehr Falten, um so mehr Wolle. Unglücklicherweise ist höherer Profit selten im Interesse des Schafs. In Australien bedeuten mehr Falten mehr Schwitzen und größere Empfindlichkeit gegenüber Fliegenschlag, ein schrecklicher Zustand, der von Madenbefall in den schweißigen Falten der übermäßig gefalteten Haut des Schafes herrührt. Um dies zu vermeiden, führen die Farmer nun eine "Operation" ohne Betäubung durch, die "mulesing" genannt wird. Dabei werden Teile des Fleisches um den Anus herum weggeschnitten und eine schmerzhafte blutige Wunde bleibt.

Ohne menschliches Eingreifen wüchse Schafen gerade genug Wolle, um sie vor dem Wetter zu schützen. Aber wissenschaftliche Zuchtmethoden gewährleisten, dass diese Tiere wollproduzierende Monströsitäten werden.

Ihre unnatürliche Überlast an Wolle (oft die Hälfte ihres Körpergewichts) bringt zusätzliches Leid in den Sommermonaten, in denen sie oft an Erschöpfung durch Überhitzung sterben. Allein eine Million Schafe sterben jedes Jahr in Australien an Erkältung nach dem Scheren.

Jedes Jahr sterben allein in Australien etwa zehn Millionen Lämmer, bevor sie ein paar Monate alt sind. Die Ursachen sind die unkontrollierbar vielen Schafe und ungeeignete Viehhalter.

Von britischer Wolle sind 27% "Hautwolle", gerupft von der Haut geschlachteter Lämmer.

Was ist an Seide falsch?

Es ist Praxis, die Kokons, die noch lebende Mottenlarven enthalten, zu kochen, um Seide zu erhalten. Dies schafft längere Seidenfäden als, wenn der Motte erlaubt wäre, zu schlüpfen. Die Seidenraupe kann natürlich Schmerz fühlen und zuckt und windet sich vor Schmerzen, wenn sie verletzt wird.

Welche Firmen stellen lederfreie Produkte her?



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Was ist an Daunen falsch?

Das Lebendrupfen ist weit verbreitet. Die verängstigten Vögel werden mit gefesselten Beinen am Hals genommen und bekommen dann alle ihre Körperfedern ausgerissen. Die kämpfenden Gänse erleiden Verletzungen und werden nach ihrer schweren Prüfung zu ihren Leidensgenossen zurückgeworfen, bis sie wieder an der Reihe sind. Diese Qual, die von Tierchirurgen und sogar Gänsezüchtern als "extrem quälerisch" beschrieben wurde, beginnt, wenn die Gänse erst acht Wochen alt sind. Sie wird dann in Intervallen von acht Wochen zwei oder dreimal wiederholt. Dann werden die Vögel geschlachtet.

Die Länder, in denen dieser grausame Prozess verwendet wird, sind China, Polen und Ungarn, wo 60 Prozent der produzierten Daunen lebend gerupft werden. Der Markt für Daunen ist allein in Großbritannien 2,6 Millionen Pfund pro Jahr wert. Die "glücklichen" Vögel werden tot gerupft, d.h. sie werden erst getötet und dann gerupft.

Warum kein Leder?

Viele Lederwaren sind aus Nebenprodukten der Schlachthäuser hergestellt. Wenn Sie nicht nicht direkt zur Tötung von Tieren beitragen, so werden sie doch zu den Gewinnen dieser Einrichtungen beitragen. Einiges Leder wird zweckproduziert, d.h. das Tier wird nur wegen seiner Haut aufgezogen und geschlachtet.

Die November/Dezember 1991 Ausgabe des "Vegetarian Journal" hat das Folgende über Leder zu sagen: "Umwandlung von Tierhäuten zu Leder ist eine energieintensive und umweltverschmutzende Sache." Die "Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology" sagt: "Basierend auf der Menge an benötigter Energie je produzierter Einheit kann die lederherstellende Industrie, zusammen mit der Aluminium-, Papier-, Stahl-, Zement- und Erdölindustrie, als Großverbraucher für Energie eingeordnet werden". Produktion von Leder besteht grundsätzlich aus Einweichen (beamhouse), Gerben, Färben, Trocknen und Veredelung. Über 95% des in den USA produzierten Leders ist chromgegerbt.

Die Abwässer, die gereinigt werden müssen, entstehen hauptsächlich bei den Einweich- und Gerbevorgängen. Das am schwierigsten zu reinigende Abwasser ist das des Gerbevorgangs. Alle chromhaltigen Abfälle werden von der US amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) als gefährlich eingestuft. Viele andere an der Lederproduktion beteiligte Umweltgifte sind mit Umwelt- und Gesundheitsgefahren verbunden. In Fragen der Entsorgung könnte man meinen, dass Lederprodukte biologisch abbaubar sind. Doch die Hauptfunktion eines Gerbemittels ist es, Collagen- oder Eiweißfasern so zu stabilisieren, dass sie nicht mehr biologisch abbaubar sind.

Wäre es nicht besser, Leder zu recyceln als es wegzuwerfen?

von einem Leser aus den USA:
Darum geht es nicht. Dadurch, dass wir uns weigern, Leder zu kaufen, schicken wir eine Nachricht an die Tiermörder ... Leder ist ein Nebenprodukt der Fleischindustrie ... wenn wir aus ethischen Gründen keine Tiere essen, sollten wir sie natürlich auch nicht anziehen.

Betreut von Bettina Rehberg - german@ivu.org