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FAQ Häufig gestellte Fragen - Eier/Milchprodukte

Was ist an Eiern aus Freilandhaltung schlecht?

Um Legehennen zu erhalten, braucht man fruchtbare Eier, wobei etwa die Hälfte dieser Eier zu *männlichen* Hühnchen ausgebrütet werden. Diese werden sofort getötet oder zu Hähnchen (heutzutage normalerweise in Hühnerzuchtfarmen) aufgezogen und dann geschlachtet, sobald sie ein wirtschaftliches Gewicht erreichen. Also gibt es für jede fröhlich im Garten oder auf dem Bauernhof scharrende Freilandhenne einen entsprechenden Hahn aus ihrer Charge, der ein Leben im Hähnchenstall erleidet oder schon längst geschlachtet oder weggeworfen wurde. Allein in Großbritannien werden jedes Jahr 35 Millionen einen Tag alte männliche Hühner getötet. Sie werden hauptsächlich für Dünger verwendet oder auf Mülldeponien geworfen. Auch die Hennen werden getötet, sobald ihre Produktion nachlässt. Denken Sie auch daran, dass viele Orte, die als "Freiland" gekennzeichnet werden, nicht wirklich Freiland sind. Es sind nur große Scheunen mit Zugang zum Freien. Da Licht und Futter drinnen sind, gehen die Hühner selten nach draußen.

... und an normalen (Batterie-) Eiern?

Die Batteriehenne, die die meisten aller Eier produziert und deren Eier in vielen Produkten (wie z.B. Kuchen) verarbeitet werden, erleidet ein noch schlimmeres Schicksal. Die Batteriehenne ist ein ängstlicher, frustrierter Vogel, gezwungen, 10-12 Monate in einen Drahtkäfig gequetscht mit bis zu neun anderen gequälten Hennen ihr Leben zu fristen. Normalerweise gibt es viele Reihen dieser Käfige, in düsteren Schuppen, in denen jeweils etwa 50.000 bis 125.000 Vögel sind. Ein Leben lang ohne Bewegung eingesperrt, dabei ständig Kalzium verlierend, um Eierschalen zu bilden, leiden Batteriehennen an starker Osteoporose, bekannt als Legehennenerschöpfung. Des Kalziums beraubt werden Millionen von Hennen gelähmt und sterben wenige Zentimeter von ihrem Futter und Wasser entfernt an Hunger und Durst. Batteriehennen werden ein- oder oft zweimal in ihrem Leben mit einem heißen Maschinenmesser entschnabelt. Normalerweise geschied dies, wenn sie einen Tag alt und wenn sie sieben Wochen alt sind, denn ein junger Schnabel wächst oft nach. Entschnabelung verursacht starke, andauernde Schmerzen und Leid, das Forscher mit menschlichen Phantom- und Stumpfschmerzen vergleichen. Zwischen dem Horn und dem Knochen des Schnabels ist eine dicke Schicht hochempfindlichen Gewebes. Das heiße Messer schneidet durch dieses empfindliche Gewebe und schränkt die Henne damit in ihrer Fähigkeit zum Essen und Trinken ein und hindert sie, sich normal das Gefieder zu putzen. Die Entschnabelung wird oft gemacht, um die Folgen des zwanghaften Pickens abzumildern. Dieses befällt Vögel, die eigentlich dafür ausgebildet sind, den ganzen Tag zu wandern, zu scharren und am Boden zu picken, und nicht, um im Gefängnis zu sitzen. Außerdem werden so Futterkosten gespart und die Umwandlung von weniger Futter in mehr Eier gefördert. Entschnabelte Vögel haben eine eingeschränkte Fähigkeit zum Picken, haben Schmerzen und erleiden Qual und fressen deswegen weniger. Sie zerkleinern ihr Futter weniger und "verschwenden" deswegen weniger Energie als unversehrte Vögel.

Was kann man an Stelle von Eiern verwenden?

Eine Firma, die sich "Ener-G" nennt, stellt einen pulverisierten Ei-Ersatz her, von dem sie behauptet, es wäre ein passender Ersatz für Eier beim Kochen. Er kostet etwa $5,00 (US$) pro vergleichbarer Menge von 9 bis 10 Dutzend Eier und enthält keine Tierprodukte. Er ist aus Kartoffelstärke, Tapiokamehl, Gärungsmittel (Kalziumlaktat (vegan), Kalziumcarbonat und Zitronensäure) und einem aus Baumwollsamen gewonnenen Gummi. Er ist hauptsächlich dafür gedacht, die Gärungs-/Bindeeigenschaften von Eiern beim Backen zu ersetzen, kann aber auch für nichtgebackene Nahrung und Aufläufe benutzt werden.

In Deutschland erhält man in Reformhäusern einen im Wesentlichen aus Palmöl und Maisstärke hergestellten veganen Ei-Ersatz.

Alternative Ersatzstoffe (Menge pro ersetztes Ei): 56,7 Gramm weichen Tofus können mit etwas Wasser gemischt werden und ein Ei ersetzen, um die Festigkeit zu erhöhen. Oder versuchen Sie die gleiche Menge von: zerdrückten Bohnen, zerdrückten Kartoffeln oder Nussmuse.

1/2 zerdrückte Banane

1/4 Tasse Apfelsoße oder pürierte Frucht

Ein Esslöffel Flachssamen (zu finden in Naturkostläden) mit 3 Esslöffeln Wasser können für 2 bis 3 Minuten gemischt oder 10 Minuten gekocht werden, bis die gewünschte Beschaffenheit erreicht ist, ein Ei zu ersetzen.

1 Esslöffel Sojamehl plus 1 Esslöffel Wasser, um ein Ei zu ersetzen.

Ist Sojakäse vegan?

Einige Sojahartkäse enthalten Kasein, welches aus Milch hergestellt wird. Nur weil etwas "laktosefrei" ist, heißt es nicht, dass es milchproduktfrei ist. Der einzige wirklich VEGANE Hartkäse in den USA ist SOYMAGE und VEGAN RELLA. In Großbritannien gibt es veganen Hartkäse namens SCHEESE und TOFUCHEESE. Es gibt auch vorgeriebenen parmesanartigen Käse namens PARMAZANO in Großbritannien

"King Land" Sojakäse wird in Australien gemacht und ist in vier Geschmacksrichtungen erhältlich. Adresse: King International Pty Ltd, 606 Boundary Rd, Archerfield QLD 4108. Ph. (07) 3277 7899

Was ist Lab? Worin ist es enthalten? Wie kann man es meiden?

Lab wird aus den Magenschleimhäuten von Kälbern herstellt und bei der Käseherstellung benutzt. Wirklich VEGETARISCHER Käse enthält kein Lab, sondern einen Ersatz. Diese Ersatzstoffe können aus pflanzlichen Quellen stammen oder künstlich im Labor hergestellt werden. Der wesentliche Bestandteil des Labs ist das Enzym Rennin, welches für das Gerinnen der Milch verantwortlich ist.

Was ist an Milchprodukten falsch?

Milchkühe werden jährlich befruchtet, um sicherzustellen, dass sie wirtschaftlich angemessen Milch geben. In der Natur würde das Kalb fast ein Jahr saugen, aber dieses natürliche Aufwachsen wird dem Kalb von der Milchindustrie verweigert. Einige Kälber werden an ihrem ersten Lebenstag von ihrer Mutter getrennt, andere dürfen nur ein paar Tage bleiben. Aber ein unausweichliches Nebenprodukt der maßlosen Milchproduktion ist es, dass jedes Kalb eines mehrerer möglicher Schicksale erleidet. Die am wenigsten gesunden Kälber werden zu Tierfutter verarbeitet. Die Anderen werden Kalbfleisch für Kalbfleisch- und Schinkenpasteten ergeben, oder aus ihren Mägen wird Lab zur Käseherstellung extrahiert. Einige Weibchen zieht man mit Milchersatz groß, um neues Milchvieh zu erhalten. Diese fangen dann mit 18-24 Monaten den Zyklus fortdauernder Trächtigkeit an. Andere werden im Alter von 1-2 Wochen auf dem Markt verkauft, für Rindfleisch in Mastbetrieben großgezogen und mit 11 Monaten geschlachtet, oft ohne die Weide gesehen zu haben.

Bis zu 80% des in Großbritannien produzierten Rindfleischs ist ein Nebenprodukt der Milchindustrie. Über 170.000 Kälber sterben in Großbritannien jedes Jahr, bevor sie drei Monate alt sind - durch größtenteils zu nachlässige Landwirtschaft und entsetzliche Behandlung auf Märkten. Einige werden zur Zucht als Bullen aufgezogen und verbringen ihr Leben in Einzelhaft, Kuhattrappen und Gummischläuchen dienend. Künstliche Befruchtung ist jetzt zu 65-75% für die Befruchtung von Milchvieh verantwortlich. In den USA wird die große Mehrheit der ungewollten Kälber für Kalbfleisch aufgezogen, doch 12% von ihnen verbringen ihr kurzes, schlechtes Leben in engen Pferchen (150 x 60 cm) auf Holzlatten ohne Stroh. Obwohl in Großbritannien keine Tiere solch ein Schicksal erleiden, werden sie für solche Zwecke exportiert. In Einzelhaft, unfähig sich zu drehen oder sich selbst zu pflegen, müssen sie ihre einzig erlaubte Nahrung trinken - einen Milchersatzschleim. Vorsätzlich kurzgehalten an Eisen und Fasern, die ihr vorzüglich weißes Fleisch rot machen würden, leiden sie an Blutarmut und nagen an ihren Pferchen und ihrem eigenen Fell, wegen dem Grobfutter, nach dem sie flehen. Gefüttert mit hohen Dosen Hormonen und Antibiotika, um das Wachstum zu begünstigen, und gegen das Ausbrechen von Infektionen, verursacht durch Stress in der Gefangenschaft und Mangelernährung, leiden sie an Schürfungen, Lungenentzündung, Durchfall, Vitaminmangel, Bandwürmer, Geschwüre oder allgemeinen Infektionen. Nach 14 Wochen, kaum fähig zu laufen, werden sie über lange Strecken zum Schlachten gebracht.

1905 wurde der Lord Mayors Cup auf der London Dairy Show von einer 24 Jahre alten Kuh gewonnen. Heute ist es unmöglich eine Milchkuh dieses Alters zu finden. Die Kuh wird normalerweise im Alter von fünf bis sechs Jahren zum Schlachten geschickt, weniger als ein Viertel ihrer Lebenserwartung. Ketose, Laminitis, Rumen acidosis, BSE, Mastitis, Milchfieber, Titubation (Koller), Lebertrematoden, Strongylus micrurus und Lungenentzündung sind nur einige der Krankheiten, denen eine Milchkuh in ihrem kurzen Leben gegenübersteht.

Aber, brauche ich nicht Eier und Milchprodukte?

Genauso wie die Fleischhersteller Sie glauben machen wollen, dass es nötig ist, Fleisch zu essen, geben die Eier- und Milchprodukthersteller jetzt große Geldbeträge aus, um für die Gesundheitsaspekte von Eiern und Milchprodukten zu werben. Eier und Milchprodukte enthalten große Mengen an Cholesterol und gesättigten Fetten, welche als Hauptgrund für Herzkrankheiten angesehen werden. In einer von dem J. Am. Med. Ass. 1985 veröffentlichen Studie waren Milchprodukte die Hauptquellen für gesättigte Fette und Cholesterol für 75 erwachsene in den USA lebende VegetarierInnen, deren Blutwerte an Cholesterol höher waren als die von VeganerInnen, die keine Milchprodukte aßen. Milchprodukte enthalten Laktose, einen Milchzucker, den die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht verdauen kann und der oft die Ursache von Verdauungsproblemen ist. Kasein, das Milcheiweiß, erwies sich als Ursache für Eisenmangelanämie durch innere Blutungen bei vielen Kindern und steht im Verdacht, Jugenddiabetes auszulösen. Milchprodukte können auch Ursache von Ekzemen, Hautausschlag, Pilzbefall, Keuchen, Asthma, Schnupfen, Blutungen, Lungenentzündung und Anaphylaxis bei Kindern und Erwachsenen sein.

Gibt es irgendwelche Arten von Eiern, die man kaufen kann, die nicht aus Verhältnissen wie Batterie-Eier stammen?

Ja, Freilandeier, aber sehen Sie oben.

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Betreut von Bettina Rehberg - german@ivu.org