Internationale Vegetarier-Union (IVU)
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IVU News

Weltweite Nachrichten-Runde
aus dem IVU Newsletter, April/Mai 1996

Fleischkonsum in Deutschland

von Thomas Schönberger

Zwei Deutsche Magazine, 'Wochenpost' und 'Focus', recherchierten über die Bedeutung von Fleisch in der Deutschen Ernährung. Beide Berichte zeigten, dass Fleisch-Essen weitaus weniger wichtig für einen großen Prozentsatz der Bevölkerung ist, als es früher war.

Nur 34% der Befragten antwortete, daß sie Fleisch einmal oder mehrmals pro Tag essen würden. 46% meinten, daß sie Fleisch 2 oder 3 mal pro Woche essen würden und 18% behaupteten, Fleisch weniger oft zu essen. 36% der Befragten meinten, daß sie jetzt weniger Fleisch essen als zehn Jahre zuvor, während 45% der Befragten weiterhin so Fleisch essen würden, wie sie es vor zehn Jahren taten. 14% der Befragten würden mehr Fleisch essen als zehn Jahre zuvor.

Der Wochenpost-Artikel berichtete von Ergebnissen, die 2% der Bevölkerung als Vegetarier definierten, während der Brennpunkt von 3% als Vegetariern berichtete.

Das wichtige Ergebnis der Umfragen ist aber, daß die Bevölkerung in Deutschland jetzt mehr daran denkt, was sie ißt und viele ihren Fleischkonsum reduzieren. Es ist klar, daß Tiertransportdemonstrationen, der Schrecken um die Bovine Spongiforme Encephalopathie (BSE), als 'Rinderwahnsinn' allgemein verbreitet, und wissenschaftliche Berichte von den Vorzügen von einer pflanzlichen Ernährung kombiniert, die Ermutigung zu einem reduzierten Fleisch-Verbrauch geben. Das ist ein wirklicher Fortschritt der Arbeit der vegetarischen Bewegung in Deutschland. Die positivste Entwicklung ist die Tatsache, daß der jährliche Fleisch-Verbrauch in Deutschland von 69.7 Kg im Jahr 1988 zu 60.5 Kg in 1994, also 10 Prozent in sechs Jahren gefallen ist.

Das erste Mal seit Mitte des letzten Jahrhunderts, außer während der Kriegszeit, ist der Fleisch-Verbrauch in Deutschland nun gefallen.

Das sind gute Nachrichten aus Deutschland. Hoffentlich sieht es in anderen Staaten ähnlich aus. Was sind Eure Erfahrungen?


Botswana Vegetarier

Willkommen bei einer neuen vegetarischen Vereinigung in Afrika! Die Vegetarische Vereinigung von Botswana wurde letztes Jahr gebildet und ist nun jetzt bei der IVU angeschlossen. Sie kämpfen um ein Wachstum, haben aber einen harten Kern von 25 Mitgliedern. Sie würden sich über Kontakt mit anderen vegetarischen Vereinigungen freuen, und bitten um Kopien vegetarischer Magazine und anderes vegetarisches Material. Sie produzieren ihr eigenes Rundschreiben und alles, was wit tun können, Material dafür zu bereitstellen, wäre willkommen.

Kontakte bitte an:
Dr P. K. Jain, chairman, Vegetarian society of Botswana, P. O. Box 2178, Gaborone, Botswana.


Entwicklung in Polen

Das Interesse am Vegetarisnmus wächst in den ehemaligen kommunistischen Staaten von Europa weiter. Ein junger Mann in Polen versucht, einen vegetarischen Klub zu gründen und ein vegetarisches Magazin in seiner Heimatstadt zu produzieren. Für mehr Information über seine Pläne und, wie sie sich entwickeln, wendet Ihr Euch an:

Janusz Lesniewicz, ul. Fordonska 225/6, 85-752 Bydgoszcz, Poland.

Er kann auch per E-Mail erreicht werden: gacek@blue.maloko.waw.pl


EVU-Treffen im Mai 1996

Die Jährliche Generalversammlung der Europäischen Vegetarier-Union findet im Pestalozzi Dorf in Trogen, Östliche Schweiz zwischen 16. und 19. Mai statt. Die Haupt-Geschäfts-Sitzung ist am Freitag, den 17. Mai und es gibt sehr attraktive Besichtigungsprogramme für alle Teilnehmer in diesem schönen Teil von Schweiz. Alle sind willkommen und die Kosten sind niedrig also schreibt an:
Sigrid De Leo, Bluetschwitzerweg 5, 9443 Widnau, Schweiz
Tel/Fax 00 41 726445

Exotisches Fleisch!?

Die Probleme über die Möglichkeit, durch den Genuß von Rindfleisch an BSE zu erkranken und die Geschichte von scrapie (eine ähnliche Erkrankung beim Schaf) hat zu Marktverlusten bei Rindfleisch geführt und gleichzeitig die Nachfrage nach Alternativen geweckt. Das wiederum hat Fleisch-Erzeuger auf den Plan gerufen, die nun beginnen, das Fleisch exotischer Tiere zu erzeugen und zu vermarkten. Wird das dem Überleben der Exotentiere helfen oder wird es sie ausrotten?

Nicht nur die Fleisch-Erzeuger sind es, die versuchen, die Landwirtschaft und den Verbraucher über die Haltung wilder Tiere zur Fleischerzeugung zu ermutigen; sogar Wissenschaftler versuchen jetzt, den genetischen Aufbau bestimmter Tierarten zu verändern und, möglicherweise, sogar neue Tiere zu produzieren. Schafe werden jetzt genetisch rekonstruiert, sodaß sie völlig identisch sind.

Sträuße, Rheas und Emus werden wegen Ihres niedrigen Cholesteringehaltes als nicht-BSE Alternative zu Rindfleisch hergestellt und angeboten! Großinvestoren suchen nun nach Leuten, die in solche Tiere investieren und versprechen hohe Gewinnspannen bei der Erzeugung des Fleischs. Strauß, Lamm und Puten-Burger sind im Verkauf und llama-Würste stehen zur Verfügung. Wenigstens könnte mehr normales Fleisch in Würste verarbeitet werden! Was werden sie als nächstes tun, um den unausweichlichen Ausweg des Vegetarismus zu verzögern? Welchen Effekt wird es auf die Population an wilden Tieren haben? Was denken Sie?


Und zum Schluß ...

Ein weiteres Rundschreiben geht zuende, nun sitze ich darüber und frage mich, inwiefern es den Bedürfnissen und Interessen von Mitglieds-Vereinigungen helfen wird. Einige Leute schreiben und sagen, dass es Ihnen gefällt, die meisten sagen nichts dazu, und keiner schreibt, daß es ihm nicht gefällt. Wie kann das interpretiert werden? Dient die IVU einem Zweck, erfüllt sie Bedürfnisse von Mitglieds-Vereinigungen und, wie können wir darauf aufbauen, um sicherzustellen, dass die IVU allen Mitgliedern tatsächlich helfen kann? Wir wissen, daß neue Vereinigungen die IVU hilfreich finden, und, daß sie in uns die Anlaufstelle für Hilfe, Unterstützung und Rat sehen. Wir versuchen weiterhin, das internationale Netz vegetarischer Vereinigungen aufzubauen, aber es gibt viele Lücken. Heute bekam ich einen Telefonanruf von BBC. Sie fragten mich, ob sie mit Vegetariern in der arabisch sprechenden Welt in Verbindung treten könnten. Ich musste zugeben, dass wir dort keine Mitglieds-Vereinigungen haben, nicht einmal Einzelmitglieder in Nord-Afrika oder im Mittleren Osten, außer in Israel. Warum ist das so? Mohammedanische Mitglieder haben geschrieben, daß der Koran Mitleid mit Tieren vorsieht. Es gibt eine kleine Gruppe von Vegetariern in Iran aber, soweit mir bekannt ist, gibt es keine anderswo in der Mohammedanischen Welt.

Die IVU tut ihr Bestes, um neue vegetarische Vereinigungen aufzubauen, wo noch keine existieren. Sie können Ihren Teil dazu beitragen, indem Sie Ihr Magazin oder andere Literatur schicken, um zu helfen. Natürlich gibt es das Sprachen-Problem, aber zunehmend sprechen Leute weltweit Englisch, englischsprachige Veröffentlichungen sind besonders gefragt. Währenddessen machen das Internet und das World Wide Web vegetarisches Material zunehmend verfügbar, viele haben aber noch das Problem, daß sie noch keinen Computer oder Modem haben, um Zugang zum Internet zu erhalten. Es gibt noch viel zu tun. Tragen Sie bitte Ihre Unterstützung durch Bezahlung Ihres jährlichen Abonnements bei der IVU bei und helfen Sie mit, neue vegetarische Vereinigungen zu gründen. Bitte handeln Sie jetzt!

Maxwell G. Lee
Hon. Generalsekretär

Deutsche Übersetzung von Alfred Waibel - obmann@humanitas.vol.at

Beiträge zu den IVU-News sind willkommen. Das veröffentlichte Material gibt nicht notwendiger Weise die Meinung des Herausgebers oder die Politik der Internationalen Vegetarier-Union wieder.
Betreut von Bettina Rehberg - german@ivu.org