International Vegetarian Union (IVU)
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Neues aus Deutschland

EVU News, Ausgabe 1, 1996


New Year Meeting of the Vegetarier-Bund Deutschland from 28.12.95 to 2.1.96

Members and friends of the Vegetarier-Bund Deutschlands met at the end the year once again for their meeting at Kloster Höchst in the Odenwald.

The topic of the meeting, "We are not alone on the planet", provided a rich source of fascinating, current lectures, dealing not only with the far-reaching implications of meat consumption - or rather, the benefits of the vegetarian way of life for the Earth and all its inhabitants - but also other problems, such as homelessness, altruism and its eradication in our time, electro smog and electronic stress.

In their third strategy meeting, particularly active members of the Society discussed specific plans for 1996 under the direction of chairperson Rudolf Meyer. The priorities identified are to put vegetarianism and related issues of conservation and animal welfare on both public and political agenda, and furthermore, to intensify collaboration with young people, in particular the Deutsche- Reform-Jugend e.V.

The climax of the meeting was the General Meeting of the membership, in which the new national executive committee, chaired by Rudolf Meyer and vice-chairperson Hildegund Scholvien, was elected. It is gratifying to note that there are three new faces on the six-strong committee, who not only represent young blood in the membership, but also amply demonstrated their active involvement in the before-mentioned strategy meeting.

As in previous years the conference formed the centrepiece of an extensive and diverse programme of events. There were plenty of opportunities for everyone to take part in a wide range of activities, including hill-walking, yoga, dance, music and choral singing (pictured right). In a mood of promise and optimism, the conference was brought to its official close with a New Year's Eve party, celebrated, as ever, without the customary props of alcohol, nicotine and fireworks.

- Barbara Heinze


Restaurant Guide from Germany

New Edition 1995, 2,-DM plus postage.

Write to: Geschätsstelle Vegetarierbund Deutschlands, Blumenstr. 3, D-30159 Hannover.


"Ich küsse keinen Fleischfresser mehr!"

Viele Studierende verzichten auf alles, was vom Tier kommt.

Das sind die Titel eines zweiseitigen Artikels einer kostenlosen Zeitschrift für Studenten, die in einer Auflage von 330'000 in allen Universitäten verteilt wird.

Studenten sprechen über ihre Gründe für ein Leben ohne Fleisch: bessere Gesundheit, schreckliche Bedingungen für Tiere in Tierfabriken und auf Transporten durch ganz Europa, Umweltprobleme, die Freundin ist Vegetarierin (Ich küsse keinen Fleischfresser Mehr!) usw.

Internet und die Homepages von amerikanischen und britischen "Veggies" werden angegeben, wie auch berühmte Vegetarier wie Meat Loaf, Kim Basinger, Richard Gere, Shirley Bassey und Julian Cope. Um das Vorurteil zu entkräften, Vegetarier seien schwach, engbrüstig und blass, werden Carl Lewis, Boris Becker und Martina Navratilova angeführt. Thomas Schönberger von der Vegetarischen Initiative Hamburg wird zitiert:"Der Fleischkonsum ist seit 1988 von 70kg auf 60kg pro Kopf gesunken." Laut Schönberger nicht nur dank der Aufklärungsarbeit der vegetarischen Gruppen, sondern vor allem auch wegen der vielen Fleischskandale.

Sigrid De Leo nach Unicum 2/96


Gefährliche Tiermedizin

In deutschen Tierställen ist der Einsatz von Medikamenten, vor allem von Antibiotica, bei der Mast von Puten, Hähnchen und Schweinen seit Mitte der achtziger Jahre alarmierend angestiegen. Folge: In der Darmflora der behandelten Tiere wachsen immer widerstandsfähigere Bakterienstämme heran. Bei einer Tagung der Weltgesundheitsorganisation WHO in Hannover warnten Human- und Veterinärmediziner vor der Gefahr, dass die gegen Medikamente weitgehend resistenten Keime auch auf den Menschen übertragen werden können - etwa durch das Auftauwasser von Geflügel oder durch. rohes Schweinehack, wie das Robert-Koch-Institut in Wernigerode im vergangenen Jahr nachwies.

Die Behandlung schwerer Entzündungen mit Antibiotica wird damit gefährdet. "Eine Horrorvision für die Mediziner", erklärt der Mikrobiologe Dieter Bitter-Suermann aus Hannover.

Erstmals in Europa legte jetzt die Bezirksregierung Weser-Ems Zahlen über Arzneimengen in den Tierställen vor. Im Bezirk Weser-Ems, der wichtigsten Mastregion Europas, setzen Landwirte allein für die rund drei Millionen Puten jährlich etwa 12 Tonnen an reinen Arzneiwirkstoffen über Fütterungsmischungen ein. Hinzu kommen Medikamentengaben über Trinkwasser und Spritzen. Die riesigen Mengen werden gebraucht, weil sich Infektionskrankheiten aufgrund der artfremden Massentierhaltung immer rascher ausbreiten. Zudem sind Antibiotica als Schnellmastmittel im Einsatz.

aus Spiegel 4.3.96