International Vegetarian Union (IVU)
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Strategien zur Verbreitung des Vegetarismus

EVU News, Ausgabe 2, 1996


Kurzprotokoll der EVU-Sitzung vom 18.5.96:

1. Thomas Schönberger (Deutschland) stellt die Aktionen der „Vegetarischen Initiative“ aus Hambunrg vor: Anzeigenaktionen, Plakataktionen. Vorgehen:
a) Einen Personenkreis anschreiben mit fertigem Inseratevorschlag mit der Bitte um finanzielle Unterstützung zur Realisierung.
b) Inserat mit dem Namen und Beruf der Sponsoren publizieren.
c) Rückmeldung/Verdankung an die Sponsoren nach Durchführung.

2. Vorschlag von Max Molteni (Schweiz): Europaweite Kampagne gegen Käfighaltung von Tieren. Zum Beispiel mit toten Hühnern vor Regierungsstellen in ganz Europa protestieren. Bedenken: Immer grössere Konkurrenz zwischen Tierschutzorganisationen daraus folgt: die Kampagnen müssen immer aggressiver werden.

3. Oeffentliche Meinung Den Trend „Fleisch=Ekel“ der durch die Fleischindustrie mit ihren Skandalen gefördert wird aktiv unterstützen. Und das Gegenteil: „vegetarisch=Genuss“ bekannt machen.

4. Fleischfreier Tag - Zum Beispiel am Welternährungstag dem 16. Oktober (mind.) Europaweit einen fleischfreien Tag lancieren. Erstellen eines einfachen, kurzen Flugblattes mit praktischen Tips. Umfangreichere Hintergrundinformationen für alle Mitgliedsorganisationen. Renato und Sigridwerden zusammen mit anderen die Infos zum fleischfreien Tag zusammenstellen. Vanesse oder Francisco werden es vom Deutschen ins Englische übersetzen. Erwin Lauppert (Österreich) meint dazu: Wir sollten auch über vegane Ernährung medizinische Infos bringen, da in letzter Zeit von den Medien sehr viel Falschinformationen verbreitet wurde (Mangelerscheinungen etc.).

5. Adressen - Die wichtisten Medienadressen aus den verschiedenen Europäischen Staaten sollten im EVU-Sekretariat vorhanden sein (vor allem Presseagenturen). Deshalb bitte alle vorhandenen Medienadressen mit Faxnummern ans Sekretariat senden (am besten auf Diskette). Dieser Aufruf wird auch in der nächsten EVU-News publiziert werden.

6. Briefe - Leserbriefe sind sehr wichtig für Leser und für Redaktionen, damit die Leser informiert werden und die Redaktoren, die etwas über die vegetarische Ernährung schreiben intern in ihrer Redaktion Rückendeckung für weitere Artikel haben. Hildegund Scholvien: Leserbriefvorschläge in EVU-News abdrucken. Erwin Lauppert: Politiker anschreiben kann viel bewirken.

7. Diverses

Sigrid De Leo erzählt von ihren Erfahrungen, dass Kinder friedlicher werden, wenn sie vegan und vollwertig (ohne Industriezucker) ernährt werden.

Christina Meier (Schweiz): Erzählt von ihrem Projekt in der Westschweiz. Sie haben alle Restaurants, Krankenhäuser und Gefängnisse in der franz. Schweiz angefragt, was für Angebote sie für Vegetarier haben und gleichzeitig. darüber die Presse informiert. Die Presse war daran nicht sehr interessiert zeigte aber grosses interesse an der veröffentlichung des Resultates, falls es eine umfangreiche Liste ergeben würde. Von rund 700 angeschriebenen Adressaten haben rund 30 geantwortet.

Hildegund Scholvien (Deutschland): Es ist gut wenn man Krankenhäuser und Altersheime wegen vegetarischer Vollwertkost anschreibt, wir sollten jedoch nicht nur verlangen, sondern auch etwas bieten. Zum Beispiel: Kochbücher und Kochkurse. Es fehlt leider noch ein veganes Kochbuch für Grossküchen.

Carmen Somaschi (Italien): Sie machen sehr oft bei Messen mit einem Stand mit und erreichen damit rund 30'000 Personen pro Monat.

Francisco Martin: Bei Standaktionen auch vegane Menus anbieten, sie hatten damit sehr grossen Erfolg.

Sigrid De Leo (Schweiz): Projekt von Charlotte Probst (Tierschutzlehrerausbildung) sollte nachgeahmt werden. Weitere Anregungen von Sigrid: Informative Ausstellungen in Schulen, Infostände (in Fussgängerzonen von Städten), veg. Kinderlager, Vorträge z.B. in Volkshochschulen, Kochkurse anbieten, Telefonketten organisieren (um schneller auf Zeitungsartiekl, TV-Sendungen, etc. reagieren zu können), auf jedes Briefcouvert ein Zitat eines Vegetariers.

Für das Protokoll: Renato Pichler, Schweiz